Schlaf als Gesundheitsfaktor: KAGes macht auf Risiken von Schlafmangel aufmerksam

Pressemitteilung

Schlaf als SchlĂŒssel zur Gesundheit: Expert*innen aus den Schlaflaboren des LKH Hochsteiermark und des LKH Graz II informieren zum Internationalen Tag des Schlafes ĂŒber Ursachen von Schlafstörungen und wirksame Behandlungsmöglichkeiten.

Schlaf ist ein zentraler Baustein fĂŒr körperliche und mentale Gesundheit. Dennoch leiden viele Menschen an Schlafproblemen. AnlĂ€sslich des Internationalen Tags des Schlafes am 13. MĂ€rz macht die SteiermĂ€rkische Krankenanstaltengesellschaft auf die Bedeutung von gesundem Schlaf und die Möglichkeiten moderner Schlafmedizin aufmerksam. In den Schlaflaboren der KAGes werden Schlafstörungen umfassend diagnostiziert und behandelt.

Mitarbeiterin betreut eine Patientin im Schlaflabor des LKH Hochsteiermark
In spezialisierten Schlaflaboren bietet die KAGes umfassende Möglichkeiten zur Diagnose und Behandlung von Schlafstörungen | © LKH Hochsteiermark

„Guter Schlaf ist zwar eine subjektive EinschĂ€tzung, medizinisch sprechen wir jedoch von nicht erholsamem Schlaf, wenn Schlafstörungen zu BeeintrĂ€chtigungen im Alltag fĂŒhren“, erklĂ€rt Otmar Schindler, Primar am LKH Hochsteiermark. Zu den hĂ€ufigsten Schlafstörungen zĂ€hlen Insomnien mit Ein- und Durchschlafproblemen sowie Hypersomnie mit ausgeprĂ€gter TagesschlĂ€frigkeit. Besonders hĂ€ufig stecken jedoch schlafbezogene Atemstörungen dahinter, bei denen es im Schlaf zu Atempausen oder eingeschrĂ€nkter Atmung kommt.

 

Woran man guten Schlaf erkennt

Ein gesunder Schlaf ist durch mehrere Merkmale gekennzeichnet: Die Einschlafdauer liegt meist unter 30 Minuten, der Schlaf verlĂ€uft mit der typischen Abfolge aus Leicht-, Tief- und Traumschlafphasen und am Morgen stellt sich ein GefĂŒhl der Erholung ein. Auch die LeistungsfĂ€higkeit wĂ€hrend des Tages ist ein wichtiger Hinweis.

„Die benötigte Schlafdauer ist individuell unterschiedlich, liegt im Durchschnitt jedoch bei etwa sieben Stunden“, sagt Eveline Kink, Primaria am LKH Graz II. „Ein gutes Zeichen fĂŒr ausreichend Schlaf ist, wenn man sich morgens ausgeruht fĂŒhlt und tagsĂŒber keine ausgeprĂ€gte Einschlafneigung verspĂŒrt.“

 

Folgen von Schlafmangel

Themenbild zum Thema Schlafstörungen
© AdobeStock/fizkes

Bleibt erholsamer Schlaf aus, zeigen sich zunĂ€chst typische Zeichen mangelnder Regeneration. Dazu zĂ€hlen Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, verminderte LeistungsfĂ€higkeit und Reizbarkeit. Auch das Risiko fĂŒr Fehler oder UnfĂ€lle steigt.

Langfristig kann Schlafmangel jedoch auch ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. „Schlafdefizite beeinflussen hormonelle und immunologische Prozesse im Körper“, erklĂ€rt Schindler. Dadurch treten Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck hĂ€ufiger auf. Auch das Risiko fĂŒr SchlaganfĂ€lle oder Herzinfarkte steigt. DarĂŒber hinaus werden Schlafmangel und unbehandelte schlafbezogene Atemstörungen mit einer erhöhten Sterblichkeit sowie mit neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer in Verbindung gebracht.

 

Moderne Diagnostik im Schlaflabor

Ob die SchlafqualitĂ€t ausreichend ist, lĂ€sst sich oft bereits an einfachen Kriterien erkennen: Wer sich morgens erholt fĂŒhlt und abends rasch einschlafen kann, schlĂ€ft in der Regel ausreichend. Hinweise auf Schlafstörungen können jedoch auch Schnarchen, Atemaussetzer oder starke TagesschlĂ€frigkeit sein.

„In solchen FĂ€llen empfiehlt sich eine medizinische AbklĂ€rung“, betont Kink. Diese erfolgt zunĂ€chst im niedergelassenen Bereich bei LungenfachĂ€rzt*innen ĂŒber Fragebögen und eine sogenannte Polygraphie, bei der unter anderem Schlafdauer, Atmung, Herzfrequenz und SauerstoffsĂ€ttigung aufgezeichnet werden. Bei Bedarf folgt eine weiterfĂŒhrende Untersuchung im Schlaflabor.

 

Schlafhygiene als wichtige Grundlage

Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung sind sogenannte schlafhygienische Maßnahmen. Dazu zĂ€hlen regelmĂ€ĂŸige Schlafzeiten, ein ruhiges und eher kĂŒhles Schlafzimmer sowie die Nutzung des Bettes ausschließlich zum Schlafen. Bildschirmarbeit und Smartphone-Nutzung sollten idealerweise ein bis zwei Stunden vor dem Einschlafen beendet werden.

Auch auf intensive sportliche AktivitĂ€ten kurz vor dem Schlafengehen sowie auf Alkohol, Koffein und schwere Mahlzeiten am Abend sollte verzichtet werden. EntspannungsĂŒbungen wie Meditation oder progressive Muskelrelaxation können zusĂ€tzlich helfen.

„Je nach Ursache kommen darĂŒber hinaus verhaltenstherapeutische AnsĂ€tze, eine nĂ€chtliche AtemunterstĂŒtzung oder – in seltenen FĂ€llen – auch Medikamente oder operative Maßnahmen zum Einsatz“, so Kink.

Mit ihren spezialisierten Schlaflaboren bietet die KAGes umfassende Möglichkeiten zur Diagnose und Behandlung von Schlafstörungen – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Gesundheit und LebensqualitĂ€t.


 

Wissen kompakt: Schlafmedizin – erholsamer Schlaf

  • Einschlafdauer unter 30 Minuten und erholtes Aufwachen

  • Rund sieben Stunden Schlaf (individuell unterschiedlich)

  • Keine ausgeprĂ€gte TagesschlĂ€frigkeit

  • RegelmĂ€ĂŸige Schlafzeiten und schlaffördernde Umgebung

 

RĂŒckfragehinweis fĂŒr Medien

MMag. Andrea Sittinger
Stabsstelle Unternehmenskommunikation

Telefon: 0316 340-5427
Mobil: 0664 9657-221
Mail: andrea.sittinger@kages.at